Die Untrennbarkeit von Gedanken, Worten, Werken, jeglicher Arbeit von ihrem Urheber

Voranschreitende Ent-Persönlichung und steigende Digitalisierung – stehen sie in Zusammenhang? Dies wird in diesem Artikel diskutiert. Wie kann der Einzelne Individualität fördern?

In unserem heutigen Alltag wird Individualität immer weit reichender eliminiert. Damit einher geht die rasant zunehmende Digitalisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz in vielen Lebensbereichen. Mit digitalen Systemen werden einerseits Erleichterungen, andererseits bloße Annehmlichkeiten geschaffen.

Erleichterungen sind wichtig und wertvoll, wenn z.B. die elektrische Bedienung eines Tores im Krankheits- oder Altersfall eine Handbedienung ersetzt. Wo ist jedoch die sinnvolle Grenze? Wann lässt der einzelne, wenn er sich mit (viel) digitaler Technik umgibt, zu viele Annehmlichkeiten zu? Welche negativen Folgen entstehen? Werden Digitalisierung und KI genutzt, um den einzelnen insgesamt abhängiger zu machen und ihn seiner Fähigkeiten zu berauben?

Teil 1 : Ent-Individualisierung geht mit innerer Schwächung einher

Beispiel aus dem Berufsleben

Eine Art Entwurzelung am Arbeitsplatz in großen Unternehmen stellt der tägliche Wechsel eines jeden Arbeitsplatzes in Bürogebäuden dar. Arbeitsplätze in Unternehmen sind oftmals nicht mehr fix. Der Mitarbeiter kommt morgens ins Unternehmen, und bekommt einen Sitzplatz – mit Computer und Telefon – zugewiesen. Jeden Werktag klappt man als Arbeitnehmer den Computer an einem anderen Arbeitsplatz auf. Zusätzliche Arbeitsmaterialien wie Ordner oder Sachbücher im Regal zu haben wird als veralteter und antiquierter Arbeitsstil angesehen und ist entsprechend eliminiert worden. Alle Materialien müssen digital zur Verfügung stehen. Außerdem können persönliche Gegenstände nicht mehr am Schreibtisch stehen bleiben, sondern müssen jeden Tag mit umgezogen werden.

Von ehemals begrenzter Nutzung zu ubiquitärem Übermaß digitaler Systeme

Elektronische Systeme übernehmen in immer größerem Ausmaß unsere Arbeit, ja sogar unsere Handgriffe – seien sie alltäglich, seien sie winzig oder seien sie umfassend oder von der Wirkung her weitreichend. Dieser Trend steigert sich seit Jahrzehnten. Früher waren automatisierte Vorgänge vor allem auf Fabriken beschränkt. Dann zog Automation immer stärker ins gesellschaftliche Leben ein. Man denke an die Erleichterung durch Aufzüge und Rolltreppen, z.B. an Bahnhöfen oder Flughäfen.

Heute hat die Automation in jedes individuelle Leben Einzug gefunden. Ein Beispiel ist Smart Home, bei dem die elektronische Steuerung von unterwegs beginnt, wenn man ein heimisches Gerät aus der Ferne schaltet und nicht erst, wenn das eigene Garagentor auffährt.

Ein weiteres Beispiel ist der große Anteil des gesamten Bezahlvorgangs. Dieser läuft heute über Karten oder Smartphones ab und droht das Bargeld vollständig zu verdrängen. Vor Jahren lag der Fokus der Kartenzahlung eher auf größeren Einkaufssummen, was der Vergangenheit angehört. Der Einkauf beim Bäcker wird oftmals elektronisch bezahlt. Sei es modern oder einfach nur praktisch: Viele Personen sind nurmehr mit Karten bzw. Smartphone unterwegs. Immer mehr öffentliche Einrichtungen wie z.B. Parksysteme sind nurmehr elektronisch bezahlbar.

Ein anderes Beispiel betrifft das Autofahren. Elektronik und künstliche Intelligenz haben sich in vielen Stufen sozusagen bis hin zum Fahrer selbst vorgearbeitet. Kleine praktische elektronische Einrichtungen im Fahrzeug, durch die der Fahrer seine Aufmerksamkeit beim eigentlichen Fahrvorgang halten konnte, wurden über Jahrzehnte immer stärker ausgebaut und erweitert. Heute ist es umgekehrt: Nicht die Erleichterung steht für den Fahrer im Vordergrund. Von überbordender Elektronik wird der Fahrer erheblich, teils gefährlich abgelenkt. Darüber hinaus kann der Freiraum, der durch den Fahrassistenten entsteht, den Fahrer zu Nebenbeschäftigungen verleiten.

Künstliche Intelligenz im Gesundheitsbereich nimmt dem Menschen immer mehr Urteilsfähigkeit ab

Künstliche Intelligenz soll auch die gesundheitliche Entwicklung über Jahre prognostizieren können 1). Aber ganz vorne steht die ebenso interessante wie lebenswichtige Frage: Warum sollten das nicht Ärzte und Ärztinnen wie auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen weltweit durchführen?

Im Gesundheitsbereich gibt es das bekannte Beispiel, dass Herz-Kreislauf-Messgeräte uns in allen Lebenslagen Kenndaten liefern. Und hier kommt sogleich die zentrale Frage: Warum trainieren wir uns nicht selber, auf unseren Körper und seine Zeichen zu lauschen? Warum trauen wir einer Apparatur am Handgelenk mehr zu als unserer eigenen Wahrnehmung und Einschätzung, unser Befinden zu beurteilen? So zeigt sich auch hier die fortschreitende Entmündigung des Menschen – man möchte vielmehr sagen es zeigt sich eine Grund-Entwürdigung jedes einzelnen Bürgers.

An solchen Beispielen, die teils nachvollziehbare Erleichterungen mit sich bringen, erkennt man, wie wach der Bürger sein muss, damit er klar unterscheidet, welche digitalen Möglichkeiten er nutzen will bzw. muss, und auf welche er bewusst verzichtet.

Zunehmender Verlust von eigener Wahrnehmung, Urteils- und Gestaltungsfähigkeit geht mit steigender Angst vor Individualität einher

Die beschriebenen Phänomene sind nur Beispiele, dass der Bürger unserer Zeit mit steigender Digitalisierung und künstlicher Intelligenz von eigenen Wahrnehmungen tendentiell Abstand nimmt und diesen weniger traut.

In fortschreitenden Stufen einer inneren Schwächung gehen dem Menschen Werte wie Selbstvertrauen, Urteilsfähigkeit und eigenständige Gestaltungskraft teils verloren. Auch Ängste können sich entwickeln, in steigendem Ausmaß und ungerichtet.

Solche Reduzierungen im Innenleben begünstigen Skepsis oder gar Ablehnung gegenüber denjenigen, die solchen Trends nicht folgen. Begegnet man einem Menschen, der zunehmende digitale Nutzung nicht mitlebt, kann das bedrohlich auf den zurückwirken, der sich den beschriebenen Erleichterungssystemen mehr oder weniger unterworfen hat. Leider übersieht er, dass er selber an zu viel Übernahme digitaler Systeme leidet und dies nicht erkannt und durchdacht hat, sondern dem anderen sein „Anderssein“ regelrecht anlastet.

Steigende Nutzung von KI und Gefahren

Je intensiver KI-gestützte Systeme in unterschiedlichen Lebensbereichen genutzt werden, umso mehr treten sie mit selbstständigem Wahrnehmen, Denken und Kombinieren in Konkurrenz und können diese Fähigkeiten überflüssig erscheinen lassen.

Seit Jahrzehnten hat in steigendem Ausmaß die Emotionalisierung das Feld übernommen: Bernd Klane hat es als Einführung in einer Broschüre sinngemäß beschrieben: …Tagsüber arbeiten wir häufig einseitig intellektuell (einseitig überlastet), in der Freizeit überlassen wir „zum Ausgleich“ den Emotionen das Feld…. 2)

Teil 2 : Das Ich im Menschen

Alle Arbeiten, Leistungen, Erfindungen, Tätigkeiten sind nicht von ihrem Urheber zu trennen

Verschiedene Beispiele wollen aufzeigen, wie eng eine jede Tätigkeit, eine Erfindung, ja sogar jeder Gedankengang in Wirklichkeit mit dem jeweiligen Urheber in Verbindung stehen.

Für technische Erfindungen ist es bekannt und üblich, dass diese für einen Zeitraum ein Schutzrecht in Form eines Patents erhalten, welches eindeutig dem Urheber zugeordnet ist. Das Patent wird auf den Namen des Erfinders eingetragen – in einem eigens dafür vorgesehenen Patentamt.

Auch die Naturwissenschaften bieten reichlich Gelegenheit, auf dieses schöne Phänomen der Untrennbarkeit einer Leistung von ihrem Urheber aufmerksam zu werden:

Entdeckungen bzw. Theorien wie das Bohrsche Atommodell, die Boltzmann-Konstante oder das Plancksche Wirkungsquantum sind bereits durch die Namensgebung untrennbar mit ihren Entdeckern verbunden. Die Debye-Hückel-Theorie lassen die Entdecker, den niederländischen Physiker und Chemiker Peter Debye und den deutschen Chemiker und Physiker Erich Hückel erkennen.

So kann es den Schüler im Unterricht befeuern, wenn der Lehrer nicht nur das Bohrsche Atommodell erklärt, sondern auf Stationen des interessanten Lebens des dänischen Physikers Niels Bohr eingeht, der nicht nur ein Denker mit Intuition, sondern auch ein großartiger Pädagoge war. Bohr gründete das Institut für Theoretische Physik in Kopenhagen (heute Niels-Bohr-Institut) und brachte dort mehr als ein Jahrzehnt bis vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Physiker aus aller Welt zusammen. Dort wurde nicht nur mental intensiv gearbeitet: Sport, Wandern und Naturerleben waren wesentliche Bestandteile des lebendigen Institutslebens 3).

Jeder pädagogischen Lehrkraft ist bekannt, wie wesentlich im Unterricht die Verbindung eines Lehrsatzes mit dem jeweiligen Entdecker ist. So behält auch der Schüler oder Student die Van-der-Waals-Kräfte leichter, wenn er von deren Entdecker, dem niederländischen Physiker Johannes D. van der Waals ein wenig erfährt. Der pythagoräische Lehrsatz in der Mathematik wird Pythagoras von Samos aus der griechischen Antike zugeschrieben, der eine philosophisch-mathematische Schule begründete – was zu einem mehr oder weniger wahrnehmbaren, leisen Aufhorchen beim Schüler Anlass gibt.

Im Gesundheitswesen weist die Kneipp-Therapie eindeutig auf ihren Erforscher und Begründer Sebastian Kneipp hin. Durch die Namensgebung kann der Interessierte über den Pfarrer Sebastian Kneipp nachlesen und in Kontakt mit diesem unermüdlichen Forscher und Autodidakten kommen, der sich auch wehrhaft gegenüber jeglicher Verunglimpfung seiner Forschungsergebnisse seitens der Kirche verhielt.

Viele große Beispiele in der Kunst lassen sich zu der wunderbaren Einmaligkeit von Schaffendem und Geschaffenem finden. Die Sinfonie Pastorale, Ludwig van Beethovens 6.Sinfonie, ist von v.Beethoven nicht wegzudenken. Wie könnte man Die Bürgschaft nicht Friedrich Schiller zuordnen? Manch ein Gemälde wird man dem entsprechenden Künstler, wenn man dessen individuellen Malstil einigermaßen kennt, zuordnen können.

Auch in der internationalen Politik ist die Untrennbarkeit der Ziele und ggfs. ihre Umsetzung nicht vom Akteur zu trennen. Man denke an Perestroika und Glasnost, die Michail Gorbatschow und Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen theoretisch eingeführt und in Umsetzungen geführt hatten. Seit Jahrzehnten bekannt sind auch die vielen Bemühungen um einen Staat Palästina, neben dem Staat Israel – die Zwei-Staaten-Lösung, die mit dem israelischen Premier Jitzchak Rabin und dem Vorsitzenden der PLO Jassir Arafat mit weiteren Vermittlern Mitte der 1990-Jahre im Oslo-Friedensprozess gipfelten und weltweite Hoffnung auf eine Befriedung des Nahen Ostens auslösten.

Als letztes Beispiel seien Bergsteiger mit ihren Leistungen herangeführt. Liest man in einem Buch übers Mont-Blanc-Massiv, kommt dem Leser der Bonatti-Pfeiler entgegen. Der Bonatti-Pfeiler bleibt untrennbar mit der Allein-Erstbegehung des Petit Dru im Mt.Blanc-Massiv durch Walter Bonatti 1955 verbunden, nachdem er und Kameraden dort zwei Erstbegehungsversuche abbrechen mussten 4). Bonatti erschloss die Route mit klassischer Sicherungstechnik. Liest man bei den Walliser Alpen übers Matterhorn, kommt einem besonders der Name Jean-Antoine Carrel mit seinen zahlreichen Alleinbegehungen auf unterschiedlichen Höhen am Matterhorn, und seiner Erstbesteigung im Team über den Lion-Grat, den SW-Grat im Jahr 1865 – die zweite Besteigung des Matterhorns überhaupt – entgegen 5). Das Rifugio Carrel auf dem Lion-Grat des Matterhorns ist ihm gewidmet. Der oder die Entdecker einer Route am Berg, insbesondere die Erstbegeher bleiben in der Regel auch namentlich verbunden.

Wirkung eines Werkes auf das Umfeld

An solch berühmten Beispielen bemerkt der Einzelne, wie bewusst, wie stark oder deutlich sein eigenes Gedankenleben, Empfindungsleben und vielleicht sogar sein tätiges Leben durch großartige Vorbilder mit ihren Werken angeregt wird. Anhand solch großer Schöpfungen kann man erleben, dass diese über den Tod ihres Schöpfers hinaus anregend weiterwirken.

Außerdem bemerkt man, dass es der eigenen Aktivität bedarf, das einmal geschaffene Werk wieder neu zu beleben: Das Nachvollziehen einer musikalischen Komposition, eines Gemäldes, eines Gedichts oder einer Bergtour belebt die ursprünglichen Gedanken und Taten. Man wird diese Wechselbeziehung, die entsteht, bemerken können – zumal man sich auch für den Urheber zu interessieren beginnt und für die jeweilige Zeit mit ihren spezifischen Gegebenheiten.

Damit wird deutlich, dass das eigenaktive Beziehung-Aufbauen zentral wichtig ist. Wie wirkt wohl dieses Beziehung-Aufbauen gesundend auf einen selber zurück, und nach außen auf die Umwelt? Welche gesundenden Eigenschaften, Auswirkungen lassen sich erkennen? Wie wirkt im Gegensatz dazu das „Information haben, sammeln oder benutzen“? Eine detaillierte Unterscheidungsbildung zu diesen Fragen sei dem Leser überlassen. Der Unterschied jedenfalls ist „wie Tag und Nacht“.

Die Abtrennung einer Person von ihrer geleisteten wirkt sich schwächend aus

Nicht nur bei berühmten Persönlichkeiten, auch im Alltag jedes einzelnen Menschen zeigt sich dieses Phänomen: Manch ein Erwachsener erinnert aus der Zeit seiner Schuljahre Lehrer, die ihm großes Vorbild waren. Meist waren solche Lehrer sowohl fachlich als auch pädagogisch in hohem Maß kompetent und konnten durch ihr Interesse an Lebensthemen und ihre Selbsterziehung den Schülern Lerninhalte vergleichsweise leicht und freudig nahe bringen.

Tatsächlich kann keine Arbeit, die ein Mensch ausführt, von dem Ausführenden selber getrennt werden. Man mag argumentieren, es gäbe viele Arbeitsplätze, die man beliebig besetzen könne, der Ausführende wäre austauschbar. In der äußeren Realität kann selbstverständlich ein Arbeitnehmer entlassen und durch einen anderen ersetzt werden. Damit ist aber nur die äußere Ebene des Lebens benannt. Die innere seelische Realität jedes Einzelnen, z.B. seine Haltung, die sich in Gedanken, innersten Regungen und Wünschen ausdrücken kann, bleibt mit solch begrenzter Menschenkunde unerkannt und unberücksichtigt.

Steigender Ersatz von Arbeitnehmern durch KI-Robotik wird weder für im Innersten seiner Person eine Schwächung erleiden. Diese Schwächung kann sich vielseitig äußern, z.B. in Depressionen, Verzweiflung oder in Kompensationshandlungen. Sie wirkt um so stärker auf den Betroffenen zurück, je weniger er den Hergang selbstständig durchdenkt, durchschaut und im besten Fall zurückweist.

Neid kann zu Verleumdungen, Intrigen und anderen Schädigungen führen

In der Historie sind nicht wenige Lebensläufe von Wissenschaftlern, Ärzten, Philosophen, Künstlern, Politikern usw. anzutreffen,  die aufgrund ihrer teils bahnbrechenden Entdeckungen und Taten verworfen, verleumdet, durch Intrigen aus ihrem Berufsstand entfernt und teils sogar ermordet worden sind. Man denke z.B. an Jitzchak Rabin, den 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten. Bei politischen Morden werden teils Einzeltäter vorgeschoben: Bekannt ist die Erzählung vom „verrückten Einzeltäter“ Lee H. Oswald anlässlich der Ermordung von J.F. Kennedy, erwiesen ist der Mord durch Regierungskreise der USA selber 6).

Philosophie und Geistforschung müssen sich zusätzlich mit Anschuldigungen der Sektenbildung auseinandersetzen

Im Bereich der Philosophie oder der Metaphysik, der Geisteswissenschaft, werden Verleumdungen und Hetzkampagnen um so härter. Verleumdungs- und Hetzkampagnen richten sich insbesondere gegen Spiritualität und nicht z.B. gegen Konsumangebote, die im Zeitgeist florieren.

Eine fachlich solide Diskussion, wie sie aus dem Wissenschaftsbereich in einem guten fachlichen Diskurs unter Kollegen bekannt und anerkannt ist, entsteht in solchen Fällen kaum. Regelrechte Angriffe ad hominem kamen/kommen besonders von sog. Sektenbeauftragten und richt(et)en sich insbesondere gegen weisheitsvolle Persönlichkeiten.

Der Kritiker gegenüber Geistforschung muss sich selbstständig in Geistforschung üben, um fundiert urteilen zu können

Jeder Mensch kann dem Ursprung seiner Individualität durch die Geisteswissenschaft nahe kommen, durch das Kennenlernen und Studium seelisch-geistiger Gedanken bzw. Schriften. Wohlgemerkt ist Geisteswissenschaft weder „abgehoben“ noch „überflüssiger Lebensluxus“: Geisteswissenschaft behandelt die elementaren, die grundsätzlichen Lebensfragen und -themen mit ihren Zusammenhängen.

Diese Auseinandersetzung erfordert nicht nur den Intellekt, wie das aus dem herkömmlichen, universitären Umgang mit Wissenschaft bekannt ist. Ein solches Lesen und Reflektieren von Originalschriften benötigt die gesamten Seelen- oder Bewusstseinskapazitäten des Menschen, die gepaart mit Fleiß, Ausdauer, Unbeirrbarkeit und Zielstrebigkeit erweiternd auf die Seele zurückwirken. Vorschnelle Urteile zurückzuhalten und anzuerkennen, dass die eigenen Seelenkräfte noch nicht ausreichend befähigt sind, um fundiert urteilen zu können, sind elementare Bausteine auf dem Weg.

Wollte man spirituelle Inhalte mittels künstlicher Intelligenz wiedergeben, müsste eine Entstellung entstehen, die unterschiedlich schwer erkennbar wird.

Die Verleumdung von Spiritualität schwächt jedes Individuum

Eine Trennung von geisteswissenschaftlicher Forschungsarbeit und Gedanken von der betreffenden Persönlichkeit, die diese Gedankengänge formuliert und darüber hinaus im tätigen Leben ausgestaltet hat, ist selbstverständlich unmöglich 7).

Kampagnen gegen Spiritualität wirken im Ausmaß extrem schwächend. Sie schwächen nicht nur die Person selber oder deren gegründete Hochschulen und Institute, sondern jeden Menschen im Inneren oder Individualität an sich. Für den Einzelnen wird es um so wichtiger, Derartiges zu erkennen und an den betreffenden Stellen zurückzuweisen.

Trennung und mögliche Heilung

Blickt man auf die beschriebenen Gedanken und Geschehnisse, lassen sich manche Schwächungen leichter ausmachen. Derjenige, der vom Ersatz seiner Arbeitsleistung durch KI-Robotik betroffen ist, wird womöglich eher zu Depression, Verzweiflung oder Ausgleichshandlungen neigen.

Jeder kann krankmachenden Zeiterscheinungen und allgemein innerem Abbau selber entgegentreten, indem er sich mit Idealen befasst, die persönliche Anliegen und Interessen überschreiten. Wer sich z.B. mit der dauerhaften Verbundenheit von Urheber und Werk beschäftigt, stärkt nicht nur sein eigenes Wertgefühl, sondern erhält generell eine Würde im Menschen. Er kann auch Digitalisierung im Alltag sinnvoll einsetzen, ohne dem seelischen Abbau unterliegen zu müssen.

Anhang:

1)  Künstliche Intelligenz sagt Krankheitsrisiken für mehr als ein Jahrzehnt voraus  Autor Stefan Parsch, Berliner Zeitung online, 25.10.2025

2) Die Ordnung der Seelenkräfte im Yoga, Autor Bernd Klane, Broschüre, Eigenverlag 2018

3) NIELS BOHR Physiker und Philosoph des Atomzeitalters  Autor Ernst Peter Fischer, Siedler Verlag 2012, Kapitel: Das Haus, das Bohr baute ;  Das Zeitalter der Unschärfe Autor Tobias Hürter, Klett-Cotta 2.Aufl. 2021, Kapitel: München 1914-Auf Tournee mit dem Atom

4) Berge meines Lebens Autor Walter Bonatti, AS Verlag 2000, Kapitel : Vorbemerkungen, Kapitel : Der Südwestpfeiler des Petit Dru (1955)

5) Der Berg ruft Film von und mit Luis Trenker, Deutschland 1937

6) Imperium USA  Autor Daniele Ganser, Westend Verlag 2020, Kapitel 9: Die Ermordung von Präsident Kennedy

7) Website von Heinz Grill, Artikel Vorsicht Sekte – Teil 2   Autor Heinz Grill, 12.09.2025, Beginn im 2. Absatz, Auszug:

…..Viele Menschen fordern heute, man müsse alle geistige Forschungsarbeit anonym halten, ohne Namensbenennung, und jede Form der Auseinandersetzung so allgemeingültig wie nur möglich darlegen. Der Hirte soll die Böcke und die Schafe nicht mehr unterscheiden. Es sei bereits eine Persönlichkeitsrechtsverletzung, wenn jemand eine Auseinandersetzung mit einem Werk wage oder sich zu öffentlich getätigten Aussagen kritisch äußere. Andeutungen, Suggestivfragen und pauschalisierende Verdammungssprüche seien gefragt, aber man müsse immer allgemein bleiben und es dürfe sich niemand persönlich angesprochen fühlen. Alle Meinungen sollten unter dem Gebot der Toleranz unreflektiert das nichtssagende Podium weltlicher Öffentlichkeit überschwemmen.

Diese Entwicklung der Meinungsbildung mit allerlei Suggestionen und einer Anonymisierung ist heute sehr modern geworden und zerstört das schöne Konzept von adhikāra 1) , das in anspruchsvollen spirituellen Schulen des Yoga und allgemein der orientalischen Philosophie noch gepflegt wird.

……

Erläuterung der Fußnote im Originalartikel